In 5 Schritten ein firmeneigenes Videostudio einrichten

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In der heutigen Zeit mal eben schnell einen Videografen zu finden ist fast genauso aussichtslos wie einen Entwickler. Auch die Ausschreibungsprozesse und die Arbeit mit externen Dienstleistern brauchen Vorlaufzeit und binden letztendlich auch die eigenen Ressourcen mit ein. Was aber, wenn ich ich in meinem Unternehmen sehr dynamisch arbeiten möchte oder regelmäßig Content produzieren will? Z. B. für interne oder externe Mitarbeiterschulungen, Onboarding-Prozesse, Produktschulungen, Zertifizierungen oder auch für Marketing-Zwecken? Was ist wenn ich sogar schon regelmäßige Formate wie Webinare produziere und diese auf ein neues Level heben möchte? Dann kommt vielleicht der Aufbau eines firmeneigenen Videostudios in Frage. Aber wie geht man so etwas denn am Besten an? Das erklären wir in diesem Blogbeitrag. Dabei werden wir das Thema Technik bewusst komplett ausklammern. Das würde den Rahmen dieses Beitrages nämlich komplett sprengen 😉

Was sind die Vorteile eines internen Videostudios?

Der größte Vorteil ist natürlich, dass ein internes Studio optimal an den Einsatz und die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst ist. So kann man flexibel, schnell und ohne große Vorbereitung Content in immer gleichbleibender Qualität produzieren – Stichwort Branding und Agilität. Dadurch, dass man nicht mehr mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten muss, kann der Organisations- und Kommunikationsaufwand stark verringert werden, wodurch die Produktionszeit (Reaktionszeit) stark verkürzt wird. Durch den Aufbau kann man interne Kompetenzen aufbauen und sich so unabhängig vom Markt und den steigenden Preisen machen, was auf Dauer sogar Kosten einsparen kann.  

Was sind die Nachteile?

Man muss für die Anschaffung und den Betrieb des Studios finanzielle Mittel bereitstellen. Je nach Größe und Anwendung muss man räumliche oder personelle Kapazitäten einplanen oder sogar eine spezielle Abteilung dafür aufbauen – dies verursacht im Anschluss laufende Kosten. Auch entwickelt sich die Technik immer weiter, sodass man die verschiedenen Komponenten nach einer gewissen Zeit austauschen muss, um auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben.

Die endgültige Entscheidung ist am Ende immer individuell. Hier gibt es wirklich kein Richtig oder Falsch.

 

Pros Cons
maßgeschneidert auf die Unternehmensbedürfnisse initiale Investition notwendig
Agilität und Spontanität in der Produktion möglich kompetente Person im Team nötig, um das Studio zu nutzen bzw. zu betreuen
Aufbau internen Know-hows initial mehr Aufwand
kleinerer Organisationsaufwand bei laufender Produktionen  
Übersicht über die Vor- und Nachteile eines unternehmensinternen Studios

 

Der erste und wohl wichtigste Schritt: Bedarfsanalyse

Gutes Film- und Videoequipment ist in der Anschaffung sehr teuer ist und es gibt hier gefühlt kein Ende gibt. Daher sollte man sich zuerst im Klaren darüber sein, zu welchem Zweck oder in welchen Szenarien man das Studio einsetzen möchte. Denn dann kann man genau nach diesen Anforderungen die einzelnen Komponenten zusammenstellen, um so eine gute Handhabung zu ermöglichen. 

So sollte man vorab eine Entscheidung treffen, ob das Studio einen festen Standort wie z. B. einen Raum bekommt, in dem der Aufbau fest installiert ist, ob es mobil eingesetzt werden soll oder ob es sogar eine hybride Nutzung geben muss – also ein festes Studio-Setting, das bei Bedarf auch in Teilen mobil z. B. für Live-Streamings oder bei Events eingesetzt werden kann.

Natürlich richtet sich das Equipment auch danach, was vor der Kamera gezeigt werden soll – steht nur eine oder gleich eine Gruppe von Personen vor der Kamera? Gibt es Personen die vielleicht sogar remote dazugeschaltet werden müssen? Sollen z. B. Produkte oder Handlungen gezeigt werden? Dann muss man ggf. verschiedene Kameraperspektive und unterschiedliche Audioquellen einplanen.

Wenn man den Bedarf und die Anforderungen genau analysiert hat, kann man an die konkrete Planung des Studios gehen.

Der optimale Raum für ein Videostudio

Der optimale Raum für ein Studio sollte nach Möglichkeit immer gleichbleibende Bedingungen aufweisen. So ist ein Raum mit großen Fenstern zwar ein schöner Raum, doch eignet er sich durch die wechselnden Lichtbedingungen eher weniger als Studio. Hier eignet sich ein Raum,  der sich abdunkeln lässt oder sogar keine Fenster hat besser als Studio. Natürlich ist der Standort des Raumes entscheidend. Ein Raum, der sich an einer viel befahrenen Straße oder direkt neben einer produzierenden Werkshalle mit lauten Maschinen befindet, ist eher suboptimal als Studio geeignet. Durch die zu verbauende Technik wie Licht, Ton, Stative, Kameras und ggf. einer Kulisse sollte der optimale Raum auch eine gewisse Größe haben und nicht zu klein bemessen sein – gerne auch höher als zu niedrig. Da die Geräte wie Scheinwerfer, Video- oder Tonmischer, etc. oft sehr warm werden, kann man auch über eine Klimaanlage nachdenken. 

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, ein optimales Studio ist dunkel, leise, möglichst groß und klimatisiert – aber keine Panik, auch aus nicht optimalen Räumen lässt sich mit ein paar Tricks ein perfektes Studio aufbauen. 

Das Licht

Ein optimales Studio sollte immer gleichbleibende Lichtverhältnisse aufweisen. Hierbei sind nach Möglichkeit Mischlichtsituationen zu vermeiden – Tageslicht + Neonröhren + LED-Licht + Halogenlicht = sehr ungeeignet. So lassen sich z. B. Fenster durch Jalousien oder noch besser dicke Vorhänge (Akustikstoff) abdunkeln.

 Am Besten sollte man sich auf eine Art von Licht festlegen. Heute gibt es schon sehr günstig LED-Scheinwerfer, Softboxen und Tubes, die speziell für die Produktion von Videos entwickelt wurden. Diese Leuchten lassen sich in Helligkeit und Lichtfarbe optimal aufeinander abstimmen und auf das Setting einstellen. Zudem sind oft keine Lüfter verbaut, die den Ton negativ beeinflussen könnten. Um Streulicht, Reflexionen oder Spiegelungen des Raumes zu vermeiden, kann man die Wände hinter der Kamera dunkel streichen oder mit Molton abhängen.

Damit möglichst wenig im Raum herum steht, kann man auch über die Installation von Traversen an der Decke nachdenken. So kann man z. B. Softboxen und Strahler mit verstellbaren Halterungen an der Decke montieren und spart sich so Stative, die die Bewegungsfreiheit im Raum einschränken.

Der oft unterschätze Ton

Das Thema wird oft vernachlässigt, dabei macht schlechter Ton jedes egal wie gut gedrehtes Video zunichte. Denn wir nehmen guten Ton als selbstverständlich, schlechter fällt hingegen sofort auf. 

Auch der gute Ton hängt vom Raum ab. Der Nachteil an einem großen Raum ist der Raumhall. Um diesen in den Griff zu bekommen, kann man mit Akustikelementen und Sound-Absorbern an Decke und Wänden arbeiten. Auch spezielle Akustikstoffe und -vorhänge können den Raumklang positiv beeinflussen. Wer hier ein optimales Ergebnis erzielen möchte, kann den Raum akustisch ausmessen und Störquellen durch verschiedene Lösungen eliminieren lassen. Hierfür gibt es verschiedene Anbieter, die sich speziell mit dem Thema Raumklang beschäftigen. Wichtig ist, dass die Akustikelemente auch z. B. bestimmten Brandschutzbestimmungen entsprechen.

Hintergrund und Kulisse

Die einfachste Möglichkeit einen gleichbleibenden und variablen Hintergrund zu schaffen, ist die Installation eines Hintergrundsystems. Diese Systeme bestehen im Normalfall aus Papierhintergründen die sich durch ein Zugsystem oder elektrisch herunterfahren lassen. Die Hintergründe gibt es in verschiedenen Farben oder Mustern. So kann man z. B. sehr einfach einen Green- oder Bluescreen realisieren. Höherwertige Systeme bestehen aus Stoffbahnen oder Platten, die an Schienensystemen von der Decke hängen.  

Wenn der Hintergrund steht, dann kann man sich auch ggf. Gedanken um eine Kulisse machen. Gibt es Elemente, die man mit in das Bild einbeziehen kann oder die als Wiedererkennungswert genutzt werden können? Beispiele sind die Vorstellung von Werkzeug an einer Werkbank oder das Kochen von einem Gericht in einer Küche. So kann man durch wenig Aufwand ein passendes Framing für die Filme setzen.

Fazit: Nicht leicht, aber es lohnt sich

Wie Sie sehen ist es gar nicht so einfach ein eigenes Studio aufzubauen – und leider gibt es gibt hierfür kein Patentrezept. Wenn man jedoch seine Anforderungen kennt und weiß, für welchen Zweck man dieses einrichten möchte, dann kann man sich das Studio sehr individuell auf seine Bedürfnisse zuschneiden und dadurch im Anschluss sehr viel Kosten und Zeit sparen. Durch den Aufbau und Betrieb eines internen Studios kann man sich von externen Dienstleistern unabhängig machen und viel dynamischer agieren. So bekommt der Content eine gleichbleibende Qualität und hilft so bei der eigenen Markenbildung. Falls sie Hilfe beim Aufbau benötigen, dann sind wir natürlich gerne für Sie da.


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